Dreizehn: Ich verfalle immer zu schnell in Liebe

Love One Another Banner (TTT)
(aufs Bild klicken)

I Fall in Love Too Easily ist ein Popsong, der von Jule Styne (Musik) und Sammy Cahn (Text) geschrieben und 1944 veröffentlicht wurde.

Über die Liebe sind Abhandlungen geschrieben worden und doch haben viele falsche Vorstellungen von ihr. Die Liebe ist eine persönliche Erfahrung. Wer liebt, empfindet Zuneigung, Wärme, positiven Geist, Zuwendung, Interesse und ist am Ende ganzheitlich im Prozess des Zerfließens.

Liebe ist selbstlos. Sie geschieht geradewegs so wie das Betrachten eines wunderschönen Schmetterlings, der im Sonnenlicht an einer Blume flügelt und im Blütenkelch rüsselt. Wir schauen ihm zu, selbstlos und von kaum vernünftig zu nennenden Absichten oder ordnenden Gedanken bewegt. Indem wir lieben, lassen wir Gedanken an Vorherrschaft, Führung, Unterordnung und Fügsamkeit los. Wir müssen unsere Liebe anderen nicht sagen.

Geliebt zu werden spüren sie. Weil wir uns verströmen.

Deswegen hat Liebe nichts mit Sexualität zu tun, wiewohl die Krönung der Liebe die Vereinigung ist. Das ist aber eine seltene Ausnahme. Viele Menschen haben viel Sexualität, können aber die Liebe nicht leben. Sexualität ist eine Triebfeder, ihr Ziel ist die Entspannung. Liebe an und für sich ist keine Triebfeder, sondern ein transzendenter Zustand. Und wer sie in sich trägt, ist schon allein deswegen ein Glücklicher zu nennen.

Als kürzlich der kleine Prince aus Minneapolis verstarb, meldeten sich viele zu Wort. Sie suchten nach passenden Worten. Einer Frau ist das gut gelungen. Die heute 24 Jahre alte Schlagzeugerin Hannah Ford-Welton (3rd Eye, zuletzt Trio der Begleitband um Prince) beschrieb die Zeit einer Zusammenarbeit mit einem kurzen Satz über Prince: ‚He loved love. ‘ Prince liebte die Liebe und konnte sich ihr beobachtend nähern. Er ließ Liebe in seinem Umfeld zu, ohne selbst nach dem Honigstrohhalm zu greifen, selbst am meisten geliebt werden zu wollen. Dabei dachten nicht gerade wenige, Prince sei ein sexy Motherfucker.

I Fall In Love Too Easily ist letztlich ein einziges melancholisches Wehklagen, das eine üble, ständige Verliebtheit uns permanent in die Parade fährt. Eine nach der anderen. Und eben nicht Liebe an und für sich. Rastloses Suchen nach Liebe, Nähe, Beziehung und Glück, aber das Gegenteil wie Rastlosigkeit, ständige neue Kicks und Erneuerungsanspruch bzw. Auswechslung von Liebesobjekten. Zu leicht die Schlüsselreize, zu vielfältig die Möglichkeiten, zu easy der Austausch von Liebesobjekten, aber das sind nicht liebende Liebende, denn das sind die Begehrlichkeiten von Lust und Verlangen: Ich falle immer zu schnell in Liebe singt der Mensch und meint, dass er in Wirklichkeit das Gegenteil davon herzlich und intensiv sucht.

Solche Menschen haben wohl kaum Parabolantennen im Garten. Die Liebe ist ein seltsames Spiel.

Weiterführend

Posted on: 10. Juli 2016, by :

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.