Fünfzehn: Von schwarzem Kaffee – Eine Leseübung.

Black Coffee (gif)

Kaffee [ˈkafe, kaˈfeː] (türk. kahve aus arab. قهوة‎ qahwa „anregendes Getränk“, ursprünglich auch „Wein“, mit Anlehnung an die Ursprungsregion Kaffa) ist ein schwarzes, psychotropes, koffeinhaltiges Heißgetränk aus gerösteten, gemahlenen Kaffeebohnen und heißem Wasser

Black Coffee ist ein 1948 entstandener Song von Sonny Burke, der Text stammt von Paul Francis Webster. Von Rastlosigkeit einer kaffeetrinkenden, rund um die Uhr arbeitenden Sarah Vaughan (1949) spürt man nichts. Elegisch, gebunden und smooth gibt sie die im 6/8tel Jazzblues gehaltene Nummer vor einem watteweichen Klanggebilde von Orchestration Genüsslichkeit zum Besten. Dabei gilt schwarzer Kaffee als Allheilmittel des gestressten, konsequent überdosiert wirkenden Fleißkerlchens.

Von Johann Wolfgang von Goethe die Idee, Kaffee-Bohnen zu destillieren setzte der Chemiker Friedlieb Ferdinand Runge um und entdeckte das Koffein. Vergleichbares ist von Coca Cola nicht zu vermuten. Auf die Idee, Kaffee zu rauchen kam niemand. Als Ersatz nahm die Tabakpflanze den bohnenbitteren Kampf um die Weltvorherrschaft auf. Rauchbare Grünpflanzen, die der Staat unter gesetzliche Quarantäne und Verbot stellte, setzten sich (wenigstens) offiziell nicht durch. Der Konsument heißer, zerstoßener bzw. gemahlener Kaffeebohnen heißt nicht Kaffa bzw. Kaffer oder Ciabatta, der Tabak konsumierende Genüssling nicht Tabaka, Tabakluder oder Tabaluga. Der Cannabis sativa (Hanf) rauchende Gebrauchsmensch wird allerdings als Kiffer bezeichnet.

Zum Song ‚Black Coffee‘ tut das nichts zur Sache. Zerstreuung ist ein Suspensorium uneingeschränkter Lebenslust, ein Reservoir von Kontemplation.

Auch Ella Fitzgerald ließ sich ein Orchester nicht nehmen und allerhand blümerante Walls Of Sound in ihrer elegischen Version auf verkratztem Schelllack. Kantig, geradezu zackig existiert eine Version von Ray Charles, der man den Jazzblues anhört. Charles singt auch gar nicht. Eine pumpende, vorwärts treibende, enervierende Motion (Bewegung) vermittelt sich, als schösse Koffein rollend in die Blutbahn. Nervös wie ein Truthahn. Ist das eigentlich ein schwarzes Stück?

Der weiße Bobby Darin ist da eher lässig. Zu lässig. Assoziationen von Dean Martin und Frank Sinatra, aber nicht wirklich deren Größe, klingen an. Wir vermissen die erwähnte pumpende Motion. Gleichermaßen zu weiß ist eine Version von Julie London aus dem Jahre 1960. Trashy interpretiert Petula Clark die Nummer 1968. Marianne Faithful hat 2008 eine schöne Version mit brüchiger Stimme aufgenommen. So was kennen wir seit Broken English.

Die Xtraordinary JazzBirds haben das Stück härter am Beat, am Rhythmus, aufgenommen. Unartig bricht sich Andreas Gäbel an der Gitarre unerwartet im harten, saitenlangen Klagen Bahn bzw. Gehör. Mit Ecken und Kanten, es ist nicht zu schön. Nebenbei ist das Stück die Vereinshymne bemüht arbeitender Jazzvögel. Hier ist Bassist Randy Scott zu erwähnen. Seine Kaffeemaschine stellt Kaffee bereit von italienischen Brühköpfen und schaumbadenden Milchaufschäumdüsen. So muss Black Coffee. Milchblume obendrauf, der Kaffee die Krönung der Proben von musikalischen Königstigern. Und Tigerinnen.

 

Everybodys.Darling_Banner

Seid nett zueinander. Black Coffee ist kurz gesagt Everybody´s Darling.

Posted on: 13. Juli 2016, by : Tommy Tulip

3 thoughts on “Fünfzehn: Von schwarzem Kaffee – Eine Leseübung.

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