Sechstens: Das Artenschutztheater ist ein schöner Ort für Livemusik!

Der Soundcheck für ein Schlagzeug, mit dem Jazz gespielt wird, gestaltet sich manchmal unerwartungsgemäß. Denn Jazzschlagzeuger bohren zuweilen keine Löcher in das Frontfell ihrer großen Basstrommel, nur damit ein Mikrofon hineingesteckt werden kann. Man kann das Fell von hinten abnehmen, am Schlagfell, da wo die Fußmaschine ist. Die Trommeln sind hoch gestimmt und machen „auhhhh“, also nicht „kick“ oder „poff“, sondern klingen nach. Das ist gewollt. Die Bassdrum spielt auch keine staatstragende Rolle im Spiel, weil Eins und Drei nicht gern betont werden, sondern Zwei und Vier, wie sich hier nachlesen lässt….

Vorher, nachher, mittendrin. Römmpömmpömm.

Am 03. Juni 16 gab es im Artenschutztheater an der Eisenbahntrasse Moabeat eine Art Stompin‘ Savoy. Bzw. diese schwärmerischen Jazzvögeleien, bei denen keiner hinterher noch weiß zu erinnern, was genau gespielt wurde. Irgendwie ging es nicht mit rechten Dingen zu, geradezu zauberhaft.

Nein, Scherz: Im Soundcheck wurde schnell deutlich, dass hier ein professionelles Wirken möglich ist. Es gibt eine gute Verstärkeranlage (PA), einen Mann hinter den Reglern und Mischern (Chris) und fürs Catering ist hinter einem Tresen gesorgt. Im Gastraum des Hauses können ca. 110 Zuschauer lauschen. Es gibt Musik von jeder Art und Provenience hier zu hören. An bestimmten Tagen sind Open Stages gang und gäbe, dann gibt es eine Opening Band und im Verlaufe des Abends kommen Musiker nach Lust und Laune mit auf die Bühne und es wird gejammt.

Oder es gibt ein richtiges Programm. Am 3. Juni hatten wir die Ehre, das Theater zu bespielen. Große Spielfreude, viel Spaß und guter Sound, so lässt sich der Abend vielleicht am besten zusammenfassen. Dem Publikum hat’s gefallen und die Band wurde erst nach einer Zugabe von der Bühne entlassen.

Jazzbirds_Ani

Das Veranstaltungsplakat war diesmal rosa eingefasst und so hofften die Musiker, in aller Munde zu sein. Rosamunde.

Bestimmt spielt die Band mal wieder dort. Großartiger Platz: Danke für alles. Sehr schöner Abend.

Die Ornithologie des Birdhaften ging auf: Drummer Tommy bekam ein T-Shirt geschenkt, aus New York mit der Aufschrift „Birdland“.

Ein derart zutreffendes Mantra für Auftritte wie diese war vorher nicht abzusehen.

Edit: Eine blinkende Bassdrum mit einem Fellaufdruck „Om“ fand Chris, dürfe nicht rhythmisch leuchten, wenn die Rhythmik nicht der Musik entspräche, also davon losgelöst flimmere. Na, wo er recht hat, hinterher bedankten sich nicht wenige Zuschauer für den gelungenen Abend im Zeichen allumfassender Liebe.

Der amtsmüde Bundespräsident Gauck ließ sich wider Erwarten im Artenschutztheater nicht blicken.

Dafür war als Gast die hochgeschätzte Jazzsängerin Pascal von Wroblewsky (Homepage hier) da. Wie schön.

 

Posted on: 5. Juni 2016, by :

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